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Notion oder Excel-Liste vs. eigene App

Für kleine, stabile Listen reicht eine Tabelle völlig aus — hier die Faustregel, wann sich der Wechsel lohnt.

Notion oder Excel-Liste vs. eigene App

Du hast letzten Januar eine Notion-Vorlage geöffnet, acht Abos eingetragen — und seitdem nicht mehr angefasst. Kommt dir bekannt vor?

Kurze Antwort

Eine Tabelle oder Notion-Vorlage reicht völlig aus, wenn du fünf bis acht Abos hast, keine Erinnerung aufs Handy brauchst und bereit bist, die Liste einmal im Monat zu aktualisieren. Zur eigenen App lohnt sich der Wechsel, sobald du das Aktualisieren ständig vergisst, in mehreren Währungen zahlst oder deine Abo-Zahl über zehn geklettert ist. Und falls du dich für eine App entscheidest: Greif nach Möglichkeit zu einer Einmalkauf-Option — eine 13-Dollar-App pro Monat zu nutzen, um Abos zu verwalten, hat schon etwas Ironisches.

Warum die Lücke größer wird

Eine C+R-Research-Umfrage aus 2022 unter 1.000 US-Verbraucher:innen ergab: Der durchschnittliche Amerikaner schätzte seine Abo-Ausgaben auf 86 Dollar im Monat, gab tatsächlich aber 219 Dollar aus — eine Abweichung um das 2,5-Fache. Dieselbe Umfrage zeigte: 74 % der Befragten gaben an, wiederkehrende Abbuchungen seien leicht zu vergessen, und 42 % räumten ein, noch für etwas zu zahlen, das sie längst nicht mehr nutzten.

Daran ist nicht die Wahl des Werkzeugs schuld. Schuld ist, dass niemand hinschaut. Die eigentliche Frage lautet: Welches Werkzeug bringt dich eher dazu, hinzuschauen?

Wo eine Tabelle wirklich gewinnt

Google Sheets ist kostenlos, funktioniert offline, läuft auf jeder Plattform und lässt sich mit zwei Klicks mit einem Partner teilen. Eine Notion-Free-Vorlage kostet nichts, braucht außer einem Account, den du vermutlich ohnehin schon hast, keine weitere Einrichtung (Notion knackte im August 2024 die Marke von 100 Millionen Nutzer:innen) — und ist so flexibel, wie du sie brauchst.

Bei mehreren Währungen liegt eine echte Stärke der Tabelle. Google Sheets kann über Apps Script externe Wechselkurs-APIs ansprechen, sodass technisch versierte Nutzer:innen automatisch umrechnende Multiwährungs-Trackings völlig kostenlos bekommen — eine Funktion, die manche bezahlten Apps hinter Premium-Tarifen verstecken.

Hinzu kommt ein Argument, dass die Reibung der manuellen Eingabe gar kein Nachteil, sondern ein Vorteil ist: Eine neue Abbuchung selbst einzutippen zwingt dich, dich damit auseinanderzusetzen; automatische Erkennung liefert dir eine Liste, ohne dass du dich damit beschäftigen musst. Mich überzeugt dieses Argument mehr, als es zunächst klingt — sobald sich die Liste von selbst aktualisiert, hörst du auf, sie zu lesen.

Hast du einen kleinen, stabilen Satz an Abos — sagen wir fünf oder weniger — und schaust ohnehin jedes Mal drauf, wenn der Kontoauszug kommt, ist eine Tabelle kein Kompromiss. Sie ist das richtige Werkzeug.

Wo eine Tabelle still und leise versagt

Zwei Schwächen verstärken sich gegenseitig.

Erstens: Push-Benachrichtigungen. Notions mobile Erinnerungen funktionieren, aber mit einem Haken: Sie feuern nur, wenn die Notion-App installiert ist, mobile Benachrichtigungen aktiviert sind — und, entscheidend, die App zum Erinnerungszeitpunkt nicht offen ist. Für verlässliche, datumsbasierte Alarme auf dem Sperrbildschirm brauchst du ein zusätzliches Automatisierungstool wie Make oder Zapier. Das ist ein spürbarer Mehraufwand für etwas, das eigentlich simpel sein sollte.

Zweitens: Pflegeschwund. Sobald sich eine Vorlage wie lästige Pflicht anfühlt, hören die Einträge auf. Eine Tabelle zeigt nur, wovon du bereits weißt. Bankgebundene Apps wie Rocket Money fördern automatisch Abos aus der Kontobewegung zutage — auch Testphasen, die du eingegangen und vergessen hast. Läuft in deiner Liste ein Dienst mit, den du vor zwei Jahren auf einer Karte eingerichtet hast, die du nicht mehr prüfst, wird eine Tabelle das nicht abfangen.

Genau hier zeigt sich auch, warum das monatliche Ritual zählt — jedes Werkzeug, Tabelle oder App, braucht eine Routine dahinter, um genau zu bleiben.

Die App-Ironie, die man beim Namen nennen sollte

Manche eigenen Abo-Tracker sind selbst ein Abo. Rocket Money verlangt im Premium-Tarif 6–14 Dollar im Monat. Copilot kostet 13 Dollar im Monat oder 95 Dollar im Jahr. YNAB liegt bei 14,99 Dollar im Monat. Das sind keine reinen Abo-Tracker — es sind komplette Budgetierungs-Suiten, bei denen Abo-Erkennung nur eine Funktion unter vielen ist —, aber die Ironie bleibt: Du legst dir eine wiederkehrende Abbuchung zu, um wiederkehrende Abbuchungen zu verwalten.

Willst du eine App ohne diesen Widerspruch, schau dir Einmalkauf-Optionen an. Bobby (iOS) kostet etwa 1,99–3 Dollar als einmaligen In-App-Kauf, ohne laufende Gebühr. Tilla (Android) liegt bei 2,99 Dollar lebenslang. Beide setzen manuelle Eingabe voraus, keine Bankverbindung — näher am Geist einer Notion-Vorlage, aber mit echten Push-Benachrichtigungen. Einen breiteren Vergleich von Apps ohne Bankanbindung findest du in diesem Beitrag zu Trackern ohne Bankverbindung.

Die ehrliche Faustregel

Deine SituationEmpfehlung
5 oder weniger Abos, stabilTabelle oder Notion-Vorlage
6–10 Abos, gute manuelle RoutineBeides funktioniert — Tabelle ist kostenlos
10+ Abos, mehrere WährungenEigene App
Du vergisst, die Liste zu aktualisierenApp mit Push-Erinnerungen
Du willst automatische Erkennung über die BankBankgebundene App (Rocket Money, Copilot)
Datenschutz zuerst, keine BankanbindungBobby oder Tilla (Einmalkauf)

Die 10-Prozent-Zahl aus derselben C+R-Research-Umfrage spricht Bände: Nur 1 von 10 Verbraucher:innen nutzt überhaupt einen Abo-Tracking-Dienst oder eine App. Die restlichen 90 % scheitern nicht an fehlenden Funktionen — sie scheitern an fehlender Gewohnheit. Eine perfekte Vorlage, die niemand öffnet, verliert gegen eine mittelmäßige App, die jemand wöchentlich anschaut.

Was eine eigene App wirklich bringt

Die echten Vorteile sind schmaler, als App-Marketing glauben machen will:

  • Push-Erinnerungen, die ohne jede Automatisierungs-Einrichtung auf deinem Sperrbildschirm landen
  • Währungsumrechnung, falls deine Abos sich über mehrere Länder verteilen
  • Automatische Erkennung von Abos, deren Anmeldung du vergessen hast (nur bei bankgebundenen Apps)
  • Eine geteilte Ansicht, falls du Haushaltsabos für mehr als eine Person verwaltest

Die Preisseite zeigt, was Subnesio kostet — ein Vergleich lohnt sich, sobald deine Liste über zehn Einträge wächst und die Zeit für die Tabellenpflege spürbar wird.

Ist deine Liste klein und pflegst du sie tatsächlich, behalte die Tabelle. Der beste Tracker ist der, den du auch öffnest.

P.S. Fängst du mit einer Notion-Vorlage an und findest dich sechs Monate später mit halb verwaisten Einträgen wieder — das ist das Signal zum Wechseln, kein Grund, sich für den kostenlosen Erstversuch zu schämen.

Häufige Fragen

Reicht ein Notion-Tracker für Abos oder brauche ich eine eigene App?
Bei fünf oder weniger Abos reicht eine Notion-Vorlage völlig aus — sie kostet nichts und ist so flexibel, wie du sie brauchst. Eine eigene App lohnt sich, sobald du Push-Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm brauchst, in mehreren Währungen zahlst oder zehn oder mehr Abos hast und merkst, dass die Vorlage veraltet.
Was sind die größten Nachteile, Abos in Google Sheets zu verwalten?
Google Sheets hat keine eingebauten Push-Benachrichtigungen — für Alarme auf dem Sperrbildschirm brauchst du ein zusätzliches Automatisierungstool. Außerdem zeigt die Tabelle nur Abos, die du bereits kennst; anders als bankgebundene Apps erkennt sie keine Testphase, die du vergessen hast. Das größte praktische Risiko ist Pflegeschwund: Sobald die manuelle Eingabe wie Pflicht wirkt, hört die Liste auf, genau zu sein.
Gibt es Abo-Tracker-Apps ohne monatliche Gebühr?
Ja. Bobby (iOS) und Tilla (Android) sind beide Einmalkäufe — rund 1,99–3 Dollar bzw. 2,99 Dollar —, ohne laufende Gebühr und ohne Bankverbindung. Sie liefern App-Push-Erinnerungen, ohne die Ironie, ein weiteres Abo abzuschließen, nur um Abos im Blick zu behalten.
S
Das Subnesio Journal
Notizen zum Abo-Management von Leuten, die es leid waren, eigene Verlängerungen zu vergessen.
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